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Neue ab September 2022: Höhere Entlohnung in der Pflege

Neue ab September 2022: Höhere Entlohnung in der Pflege

Lange war davon die Rede, nun soll ein Maßnahmenpaket weitreichende Verbesserungen bringen – insbesondere für die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege. Ein Kernstück des Reformwerks ist die Tatsache, dass Pflegekassen ab 1. September 2022 nur noch mit jenen Einrichtungen Verträge für die Versorgung schließen, die ihr Personal nach Tariflohn oder auf Tarifniveau oder regional üblichem Entgeltniveau bezahlen


Davon profitieren insbesondere auch viele Altenpflegerinnen und Altenpfleger, die bisher nicht nach Tarif bezahlt wurden. Zudem geht es für die Pflegemitarbeiter um bessere Rahmenbedingungen und tatkräftige Entlastung: Verbindlichere Personalschlüssel sollen künftig sicherstellen, dass mehr Zeit für die Pflege bleibt und es nicht zur Überlastung der Mitarbeiter kommt. Der neue Personalschlüssel gilt jedoch nur für die stationäre, nicht für die ambulante Pflege. Nicht zuletzt erhalten Pflegekräfte generell mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsfreiheit – beispielsweise bei der Verordnung von Pflegehilfsmitteln und in der häuslichen Pflege.


Die Pflegebedürftigen wiederum profitieren bereits seit Beginn des Jahres 2022 von Entlastungen bei Pflegeheim-Zuzahlungen, von einer gestärkten Versorgung bei Kurzzeitpflege sowie einer ganz neuen Leistungsart – der Übergangspflege im Krankenhaus. Anders sieht es bei ambulanten Leistungen aus: Preissteigerungen, die gesetzlichen Regelungen und den Vorgaben der Pflegekassen folgen, führen hier leider zur finanziellen Mehrbelastung für die Pflegebedürftigen (Eigenanteile).

Daniel Thein, Geschäftsführer der Pflegeagentur 24 ambulante Alten- und Krankenpflege, begrüßt das Reformwerk:

Das Gehaltsplus und die Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen waren lange überfällig und werden die Attraktivität des Pflegeberufs erheblich steigern. Leider wurden bei der Anhebung der Gehälter und der Vergütungssteigerung die Pflegebedürftigen vergessen, denn die Leistungen haben keine Anpassung erfahren. Dadurch müssen Pflegeleistungen gekürzt werden oder es fallen private Zuzahlungen an. Hoffen wir, dass hier schnell nachgebessert wird.“


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